Verhältnis zwischen Medien und Politik

 

Die Grundlage jeder Demokratie ist der informierte Staatsbürger, der sich über öffentliche Angelegenheiten ein Urteil bilden kann. Damit dies in einer Demokratie, wie wir sie kennen, möglich ist, benötigt man die Medien. Gerade die Massenmedien (Presse, Fernsehen, Internet, Radio) haben eine große Verantwortung in der Demokratie, denn sie stellen eine Öffentlichkeit her, in der die politischen Meinungen vieler unterschiedlicher Gruppen zu Wort kommen.

 

Diese politischen Funktionen der Medien lassen sich in der Informationsfunktion, der Artikulationsfunktion und der Kontrollfunktion zusammenfassen.

Die Massenmedien sollen also vollständig und objektiv berichten und informieren, die unterschiedlichen Meinungen der Gesellschaft zum Ausdruck bringen und so die Meinungsbildung des Einzelnen fördern, komplizierte Sachverhalte verständlich vermitteln und letztendlich die politischen Institutionen und Amtsinhaber kontrollieren und Missstände kritisieren.

 

Die Frage, die wir uns nun gestellt haben ist, ob das heute immer noch so gegeben ist oder ob sich die Rollen geändert haben. Eigentlich sollten die Medien die Politik beobachten, damit sich die Staatsbürger eine vernünftige Meinung bilden können. Doch beobachten heutzutage nicht die Politiker die Medien um zu lernen wie sie sich präsentieren müssen?

Die Politik ist aus Legitimationsgründen auf die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse und Entscheidungen angewiesen, wozu sie die Massenmedien benötigen. Um also größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzeugen, unterwerfen sich die Politiker den Regeln der Medien, sie sicheren sich ihren Platz auf der Medienbühne durch Selbstmediatisierung und effektsichere Inszenierung.

 

Nun stellt sich die Frage, ob durch diese Veränderung und Einschränkungen die Politik ihrer eigenen Logik noch folgen kann, um ihre Funktion in der Demokratie ausreichend zu erfüllen. Außerdem sinkt mit der Verschiebung des Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit auf theatralische Inszenierungen, und weg von den Politikern und Parteien, der politische Informationsgehalt der Nachrichten.

Unserer Meinung nach ist diese Veränderung zwar nicht wünschenswert, da zu Gunsten der Unterhaltung der Informationsgehalt sinkt, aber der eigentliche gesellschaftliche Funktionszweck  der Politik, das Treffen von verbindlichen Entscheidungen, wird nicht eingeschränkt.

Dieser „Herstellungsteil“ wird immer noch real vollzogen und kann nicht vorgespielt werden, sodass sich nicht die Politik an sich verändert, sondern nur ihre Darstellung und auch Selbstdarstellung in den Medien.

Das wiederum kann auch negative Folgen auf die Meinungsbildung haben, wenn man sich aber ausreichend und vielfältig informiert kann dies mehr als ausgeglichen werden.

 

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr Kommentare bezogen auf unseren Eintrag hinterlassen würdet, damit wir über dieses Thema diskutieren können, vielleicht schreibt ihr auch ein schnelles Kommentar und teilt uns in diesem mit, dass ihr unserer Meinung seid!

 

MfG Nicchro

3.7.12 11:32

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bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


timkeno (5.7.12 22:28)
Gute Darstellung des Themas, dabei habt ihr den Schwerpunkt auf die Erläuterung des "Problems" bzw. Streitpunkts gelegt.
Ich denke, man kann Massenmedien, die auf Komerz aus sind, keinen Vorwurf daraus machen, dass sie darauf aus sind, Skandale aufzudecken, um höhere Auflagen zu erreichen. Wenngleich das Vorgehen teilweise einer Hetzjagd gleicht, was logischerweise nicht wünschenswert ist.
Wer diese Form von Massenmedien nicht unterstützen will, sollte sich an öffentlich rechtliche Nachrichten in Fernsehen/Radio halten.


hermannmännermann (5.7.12 22:37)
Ich kann timkeno wirklich nur zustimmen, der Vorschlag den sie unterbreiten ist sehr gut, genau wie dein Artikel Nicchro


Tunefisch (5.7.12 23:46)
Ich denke nicht, dass die gezielte präsentation von poltischen Themen in Massenmedien ein neues Phänomen ist. In älteren Zeiten gaben sich die Politiker mühe in der Zeitung und im Radio und auf der Straße ein guten Eindruck zu machen. Heutzutage müssen sie allerdings auf nahezu unzählbaren plattformen im Internet sowie weiterhin in den "altmodischen" Medien gut darstehen um erfolge erzielen zu können. Dies gestalltet sich schwieriger und ermöglicht dem Bürger die Themen von vielen Seiten auszuleuchten.
Das grundlegende System wurde jedoch gut herausgerabeitet, ein gelungener Artikel!

Mfg Tunefisch


Jannik (5.7.12 23:57)
Ich denke es ist unmöglich diesen Wandel zu stoppen, gelesen wird nur fas was einen intressiert, wie oft habe ich in einer Zeitung nur den Spötterin gelesen? - zu oft! Es ist schade jedoch interessiert es nur sehr wenige was in der Politik passiert, vielleicht sollte man in der Schule mehr Wert auf Politikwesen setzen.


MaxMustermann / Website (6.7.12 11:50)
Ich stimme in diesem Fall Jannik zu. Der Mensch liest nur das, was ihn interessiert und das scheint heutzutage, die von timkeno genannte Hetzjagd berühmter Persönlichkeiten zu sein.

Wie Jannik schon gesagt hat würde ich auch einen erhöhten Anteil an aktueller Politik in der Schule begrüßen.


Loquo (7.7.12 14:55)
Schön und gut wenn Massenmedien auf Kommerz aus sind, aber dann sollten sie sich doch bitte aus der Politik raushalten!
Natürlich hat Nicchro recht wenn er sagt, dass die Politiker die Medien brauchen um zu uns durchzudringen, und dass wir sie brauchen um uns zu informieren. Das war und wird immer so sein. Dabei lässt sich auch rein gar nichts gegen eine ausgiebige Selbstdarstellung der Politiker einwenden.
Anders ist es bei einer Selbstinszenierung.. Doch wie sie beim Publikum ankommen möchten bleibt den Politikern natürlich frei überlassen, so wie es dem Leser überlassen ist die Informationen zu bewerten und auch zu verwerten.
Allerdings ist dies nur bei einer neutralen Berichterstattung gegeben! Die Medien haben hier eine große Verantwortung, der sie sich bewusst werden sollten. Immerhin fördern sie mit objektive Artikeln in diesem Gebiet die eigene Meinungsbildung des Bürgers, was von hohem Wert ist.
Aus diesem Grund sollten sich die Blätter, die eher auf "Meinungsmache" als auf Unterstützung bei der Meinungsfindung aus sind, vielleicht doch eher aus solch wichtigen Themen ganz raushalten. Es gibt ja immer noch die Option zu dem im März abgeschafften Seite-1-Girl zurückzukehren!

Es freut mich zu lesen, dass Ihr euch so mit diesem Thema beschäftigt und sogar mehr Behandlung aktueller Politik in der Schule fordert.
Weiter so!

MfG Loquo


Nicchro (8.7.12 12:00)
Zuerst bedanke ich mich für eure Kommentare!

Als erstes möchte ich auf etwas eingehen, was Loquo in seinem Kommentar geschrieben hat und zwar die "neutrale Berichterstattung". Ich stimme dir, wie du sicherlich aus meinem Blog entnehemn konntest, zu, dass die Medien eine große Verantwortung tragen und sich dieser besser bewusst werden sollten, trotzdem kann es diese von dir
geforderte neutrale Berichterstattung so nicht geben.
Die bereits erwähnte Informationsfunktion beinhaltet zwar die "objektive und vollständige Information", da die Massenmedien aber unter einer Vielzahl von Nachrichten auswählen müssen, ist diese Auswahl zwangsläufig subjektiv und somit auch nicht mehr neutral. Dies wird noch unterstützt indem der Autor fast immer durch seine eigene Meinung "beeinflusst" wird, sodass die Berichterstattung kaum als neutral zu bezeichen ist, auch nicht bei den öffentlich rechtliche Nachrichten, welche von timkeno erwähnt wurden.
Die objektive und vollständige Berichterstattung muss deshalb auf die Gesamtheit der Medien bezogen werden.
Um sich als einzelner Bürger also optimal zu informieren muss man viele unterschiedliche Standpunkte aus unterschiedlichsten Quellen betrachten und sich letztendlich eine eigene Meinung bilden.
Da das sehr aufwendig ist und auch nicht einfach kann ich der Forderung von Jannik, in der Schule mehr Wert das Politikwesen zu legen, nur zustimmen.

Ich freue mich natürlich über weitere Kommentare!

MfG Nicchro


4~O / Website (20.7.12 19:29)
Guter Artikel.

Lg

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